Programm 31. Mai 2020

Ingrid Caven

Ingrid Caven gratuliert

ist Schauspielerin und Chanson-Sängerin. Sie spielte in zahlreichen Filmen von Rainer Werner Fassbinders mit (u.a. „Mutter Küsters Fahrt zum Himmel“,„Händler der vier Jahreszeiten). Sie arbeitete mit den Regisseuren Daniel Schmid, Werner Schroeter, Jeanine Meerapfel und Walter Brockmeyer (für „Looping“ erhielt sie 1981 den deutschen Filmpreis in Gold). Mit Kompositionen von Peer Raben und Texten von Fassbinder und Hans-Magnus Enzensberger und in einer legendären Robe von Yves Saint Laurent begann sie ihre Karriere als Sängerin. Ihr Lebensgefährte Jean-Jacques Schuhl schrieb über sie den biografischen Roman „Ingrid Caven“, der mit dem Prix Goncourt ausgezeichnete wurde. Seit 2001 ist Ingrid Caven, geehrt für ihren Beitrag zur französischen und deutschen Kultur „Commandeur des arts et des lettres“. Ingrid Caven spielte 2010 die Hauptrolle in dem Musikvideo „Im Zweifel für den Zweifel“ der Hamburger Gruppe Tocotronic. „SUSPIRIA“ von Luca Guadagnino mit Ingrid Caven erhielt 2019 den Robert Altman Award.

http://ingridcaven.info/

Emre Akal

12qm Körperformation (Mikrodrama/Previsual)

Mithilfe von Virtual-Reality-Brillen treffen sich die Zwillinge Emre Akal und Kazim Akal (Mehmet & Kazim), in Zeiten von Corona auf Distanz: in einem gemeinsamen virtuellen Raum, den sie gestalten und formen zu einem Kurzformat (Mikrodrama) zum Thema „Häuslicher Gewalt in Krisenzeiten“.

Die klaustrophobische Realität einer Familie im hermetischen Raum öffnet die menschliche Grotte im Sinne Fassbinders und verbindet die Figurenwelt von Mehmet & Kazim mit den Theaterbildern von Emre Akal und dem Sounddesign von Kai Krösche, bewusst angelehnt an analoge Stop Motion-Knetmasse-Filme.

Animation art, Visuals directing: Kazim Akal; Musik, Sounddesign, Synchro: Kai Krösche; Regie, Text, Produktion: Emre Akal

Anna McCarthy

Spirit of Fassbinder Conspiracy

Anna McCarthy’s Huldigung ist eine zeitgemässe Verschwörung. Die Hauptakteure sind ihre üblich-verdächtigen halbstarken Starlets: Luzi Illustrella und Paulina Nolte, sowie McCarthy selber, in der Rolle einer Art Geisterbeschwörerin. In wehenden weissen Gewändern und üppig-geschmückten Atemmasken gehen sie an den Ursprung – zum Geburtshaus Fassbinders im Kurort Bad Wörishofen. Sie beschwören den Geist Fassbinders, mittels Tanz und Gesängen und rufen ihn erfolgreich herbei. Fatalerweise lässt „er“ sich kurz blicken und wird von der Sekte blitzartig eingefangen, mit Hilfe dubioser Saugtechniken und anschliessend gnadenlos abtransportiert – wohin weiß man nicht, aber die hinterlassene weisse Spur könnte ein Indiz sein…

mit Susanne Beck, Erol Dizdar, Luzi Illustrella, Anna McCarthy, Paulina Nolte, Martin Tagar

Musik: Nick McCarthy, Kamera: Stefane Barnes; Buch, Regie, Produktion: Anna McCarthy

Jovana Reisinger

Die klaffende Wunde

Petra will entspannen, Martha macht sich Sorgen und Maria steht einfach nicht mehr auf. Die Wellen rauschen und das Schoßhündchen ergibt sich. Und die Wunde klafft.

Mit Julia Riedler, Linda Sakallah und BABY ICE;  Kamera: Lilli-Rose Pongratz, Ton: Ludwig Abraham; Buch, Regie, Produktion: Jovana Reisinger

Martin Kindervater und Olaf Becker

l‘anniversaire blanc

Ein Geburtstag, eine gedeckte Kaffeetafel, ein Gespräch über Kokain, eine Eskalation – „l’anniversaire blanc“ zelebriert anlässlich seines 75. Geburtstags lustvoll-ironisch sowohl einige Stilmittel und auch gängige Klischees, die mit Fassbinders Werk assoziiert werden. Der Roman „Kokain“ von Pitigrilli war eines der letzten, unverwirklichten Vorhaben des Filmemachers.

von und mit Olaf Becker und Martin Kindervater

Chanson und Gruß von Ingrid Caven: Polaroïd Cocaine nach einem Text von Jean-Jacques Schuhl, Komposition Peer Raben

Christian Wagner

Null Komma Null

Ein indisches Filmteam macht in den Siebziger Jahren ein Feature über das Genie Rainer Werner Fassbinder und landet in: Bad Wörishofen. Kur-Bademeisterin Gerti Brehm (Traute Hoess, spielte mit in „Berlin Alexanderplatz“ und „Lilli Marleen“), die Fassbinder schon als Säugling und Lausbub kannte, erinnert sich.

Auch mit dabei: genau jene ARRI 16BL Kamera, mit der Fassbinder selbst „Berlin Alexanderplatz“ drehte. Das Aufnahmeformat ist aber Super-8-Film im Bild, analog auch der Ton auf einer NAGRA zeitgemäß und alles ist so gedreht worden, als hätte ein Amateur spontan seine Braun Nizo auf dieses Ereignis Ende der 70er Jahre gerichtet.

mit Traute Hoess, Sonali Chatterjee, Florian Geierstanger, Laurenz Lerch, Marc Parisotto, Daniel Popat u.v.m. und als Gast: Waldemar Kobus.

Mitwirkung: Anton Nicolas, Aloisia Benedikter, Julia Bisle, Christian Dechant, Günter Drechsel, Robert Fischer, Hubert Hofmann, Ferdinand Leopolder, Lili Wagner

Kameras: Kay Gauditz, Florian Geierstanger; O-Ton: Marc Parisotto; Ausstattung: Myriande Heller; Setbau: Klaus Wieland; Kostüm: Gudrun Schretzmeier; Maske: Sonali Chatterjee; Regieassistenz: Anne Hirth
Buch, Regie, Produktion: Christian Wagner

Bericht über die Dreharbeiten in Bad Wörishofen in in Blickpunkt:Film

Michele Cuciuffo

Traum der Seelenfrieda

Michele Cucioffo als Seelenfrieda aus dem Fassbinder Film „In einem Jahr mit 13 Monden“. Zitat: „Ich habe Sie gefragt, wie das Wetter draußen ist. Ob es regnet oder ob es nicht regnet, ob die Sonne scheint oder ob die Sonne nicht scheint. Ich war nämlich seit Monaten nicht mehr draußen.“

mit Michele Cuciuffo

Text mit freundlicher Genehmigung des Verlags der Autoren; Kamera: Lilli-Rose Pongartz; Dramaturgie: Andrea Funk; Produktion: Fassbindertage e.V.