zum Stück

Ein Zyklus mit 4 Gedichte zu verschiedenen Filmen Fassbinders, in denen Frauen eine Hauptrolle spielen: Die Sehnsucht der Veronika Voss, Martha, Lola, Die Ehe der Maria Braun.

zu Fassbinder

Fassbinder hat mich schon früh (als ca. 20-Jährige) als Figur fasziniert (Außenseiter, der seine eigenen Wege jenseits der vorgeschriebenen institutionellen Bahnen geht und es „trotzdem schafft“, Bisexualität, klarer gesellschaftskritischer Blick); seine (Film-)Ästhetik ist mir zum ersten Mal in „Querelle“ begegnet und hat mich damals (ca. 1994) mit ihrer gleichzeitig scharfen wie offenen Bildsprache ebenso befremdet wie in Bann gezogen. Auffallend kühl kann ich bei Fassbinderfilmen bleiben, trotz ihrer (häufigen) thematischen Radikalität und Tragik, weil die einzelnen Ebenen des Films – Stimmen (Radio!), Gesichter, ‚Kammerspiel’-Dialoge, Lichtstimmungen – oft wie separiert bei mir ankommen und so für eine gewisse brechtsche Distanz sorgen, dabei aber dennoch eine ganz eigene Wucht/Nachwirkung entfalten.

zur Person

Karin Fellner, 1970 in München geboren, arbeitet hier nach ihrem Studium der Psychologie (Konstanz) und Literaturwissenschaften (München) als Autorin, freie Lektorin und Schreibcoach. Ihre Lyrik wurde mehrfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Bayerischen Kunstförderpreis 2008. Ihr jüngster lyrischer Einzelband „in belichteten wänden“ erschien 2007 im yedermann Verlag.

Lisa Voelter

Geboren 1983 in Titisee-Neustadt/Hochschwarzwald.
Hamburg, Nürnberg. Ab 2004, Filmstudium in München und Mittweida.
Assistenz beim Bayerischen Rundfunk.
Ab 2009 Studium an der HFF München.

Warum Fassbinder?

Mich beeindruckt die Schlichtheit und Bescheidenheit, mit der es Fassbinder gelingt, gesellschaftlich und menschlich dauerhaft aktuelle Themen filmisch umzusetzen.