MO 01.06., 18:00 Uhr

Satansbraten essen mit Fassbinder. Zu Gast: Zwei junge Filmemacher
Veranstaltungsreihe im Hotelrestaurant Deutsche Eiche, Reichenbachstr. 13

Fassbinders Liebe zur Hausmannskost ist legendär. „Am liebsten saß er mit uns allen um den Tisch und hat gegessen, was lange gekocht hatte.“ Auch wir werden zusammen sitzen. Heute mit: Nikolai Huber, Kameramann bei “Ein guter Krimi” und Julian Felix Haberler, Regisseur bei “Deutschland geerbt oder Nach dem Herbst kommt der Winter” – beide Kurzfilme entstanden in diesem Frühjahr.

Ein guter Krimi“ (2015, 13 min.) von Caitlin van der Maas, Regisseurin, ist eine Hommage an „Das kleine Chaos“ von Fassbinder. Darin übernimmt

Anna Drexler die Rolle des Täters, die Fassbinder, inspiriert von Gangsterfilmen aus Hollywood, mit leichtem Sadismus spielte. In „Ein guter Krimi“ zeigt sich die Täterschaft nun in einer weiblichen Figur. Steven Scharf spielt das Opfer, eine Passivität, die durch männliche Physis noch verstärkt wird. Was ich an Fassbinders Film bewundere, ist die Theatralität, mit der er den Alltag zeigt. Durch die exzessive Art, mit der er und seine Darsteller spielen, hebt er das Groteske aus der alltäglichen Situation hervor.“ (Caitlin van der Maas)

Deutschland geerbt oder Nach dem Herbst kommt der Winter“ (2015, 14 min) von Julian Felix Haberler, Schauspielstudent an der Otto Falckenberg Schule, entstand frei nach dem Episodenfilm „Deutschland im Herbst”, der sich mit der RAF und der deutschen Gesellschaft Ende 1977 auseinandersetzte.Im Gegensatz zu Fassbinder, der sich zwar gegen die Ehe als feste Institution und für die Demokratie ausspricht, sich aber sowohl in den eigenen vier Wänden als auch im Gespräch mit der Mutter als egozentrischer Diktator entpuppt, herrschen in meinem Film pseudoliberale Bedingungen, die die junge Hauptfigur überfordern und ins konservative, rechte Gedankengut abrutschen lassen.“ (Julian Felix Haberler)

Wir werden u.a. darüber sprechen, was die jungen Filmemacher so an Fassbinders Kurzfilmen inspiriert hat, dass sie ein Remake produzierten. Danach essen wir, was auf den Tisch kommt.

Der Kameramann Nikolai Huber von „Ein guter Krimi“ und der Regisseur, Julian Felix Haberler, sind zum Gespräch anwesend.

Vier Abende, vier Antworten auf die Frage: Warum heute noch Fassbinder?

Der informelle Teil des Festivals.

Eintritt frei.